Warum die GLH die Pläne für das Neubaugebiet „Rennäcker“ ablehnt
Die GLH lehnt das Neubaugebiet Rennäcker ab. Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Bürgerinnen und Bürger Hirschbergs am 30. November selbst über das Neubaugebiet Rennäcker entscheiden können.
Bezahlbarer Wohnraum ist ein Versprechen ohne Konzept
Das geplante Neubaugebiet wird kaum bezahlbaren Wohnraum schaffen. Es werden große Versprechungen gemacht, die nicht eingehalten werden können.
Es liegt kein tragfähiges Konzept vor, wie in dem Neubaugebiet preisgedämpfter Wohnraum entstehen soll. Über 40 Grundstückseigentümer und keine Steuerungsmöglichkeiten für die Gemeinde: Der günstige Wohnraum ist nur ein Feigenblatt.
Erfahrungen aus umliegenden Gemeinden zeigen, dass der Anteil an tatsächlich bezahlbarem Wohnraum in ähnlichen Projekten meist unter 20 Prozent liegt. Der Rest wird zu den derzeit marktüblichen hohen Preisen gebaut und ist damit für viele Menschen unerschwinglich.
Gleichzeitig droht, dass Immobilien im Ortskern nicht mehr weitergegeben werden, weil junge Familien lieber in Neubau ziehen. So werden sie zum Leerstand von morgen, während am Ortsrand neue, teure Häuser und Wohnungen entstehen.
Innenentwicklung statt Flächenverbrauch: Chancen werden vertan
Laut Zensus gibt es in Hirschberg 223 leerstehende Wohneinheiten und mindestens 50 unbebaute Grundstücke im Innenbereich. Die Gemeindeverwaltung hat die Eigentümer zwar angeschrieben, darüber hinaus ist jedoch nichts passiert.
Andere Kommunen machen vor, wie man aktiv Leerstand beseitigt: durch persönliche Ansprache, Informationsveranstaltungen, Anreize für Eigentümer und gezielte Förderung von Sanierung und Nachverdichtung. All das wurde in Hirschberg bisher nicht versucht.
Statt die vorhandenen Potenziale im Ortskern zu aktivieren und damit auch den Ort zu beleben soll nun auf der grünen Wiese gebaut werden. Dafür wären neue Straßen, aufwendige Infrastruktur und der Verlust weiterer wertvoller Flächen nötig. Das ist weder nachhaltig noch zukunftsorientiert.
Finanzielle Argumente tragen nicht
Die Gemeinde Hirschberg steht wirtschaftlich solide da. Vor wenigen Jahren wurde die Erweiterung des Gewerbegebiets beschlossen, um noch mehr Steuern einzunehmen. Wer jetzt die Rennäcker nun erneut mit erwarteten Mehreinnahmen begründet, übersieht, dass jeder neue Quadratmeter langfristige Kosten für Straßen, Abwasseranlagen, Kinderbetreuung und Verkehr verursacht. Diese Kosten werden die Einnahmen schnell übersteigen. Kurzfristiges Wachstum ist kein Zukunftskonzept.
Im Übrigen widersprechen sich der Wunsch nach mehr Einkommensteuereinnahmen durch ein Neubaugebiet und das Versprechen, dort bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit kleinerem Geldbeutel zu schaffen.
Stillstand ist kein Rückschritt, aber unbedachte Expansion schon
Bevor Hirschberg weiter wächst, braucht es eine klare Vorstellung davon, wie sich die Gemeinde entwickeln soll. Welche Größe streben wir an? Welche Lebensqualität und welche Struktur wollen wir erhalten oder schaffen?
Ein zukunftsorientiertes Konzept für die Entwicklung des Ortes muss Wohnen, Verkehr, Kultur und Freizeit gemeinsam betrachten und die Bürgerinnen und Bürger von Beginn an einbeziehen.
Der Bürgerentscheid am 30. November bietet die Gelegenheit, innezuhalten und gemeinsam eine nachhaltige Richtung für Hirschberg zu bestimmen, anstatt vorschnell durch ein Bauvorhaben Tatsachen zu schaffen. So entsteht auch die Chance, in einem nächsten Schritt Wohnraum zu gestalten, der wirklich zu Hirschberg passt.
Fazit
Das Neubaugebiet Rennäcker ist kein sozialpolitisches Projekt für bezahlbaren Wohnraum, sondern ein Baugebiet ohne langfristige strategische Planung für die Gesamtgemeinde. Es gefährdet wertvolle Flächen, ignoriert vorhandene Potenziale im Innenbereich und überlässt die Verantwortung für bezahlbares Wohnen dem freien Markt.
Die Grüne Liste Hirschberg steht für eine vorausschauende, soziale und nachhaltige Ortsentwicklung mit klaren Konzepten, echter Beteiligung und Verantwortung für die Zukunft.
Deshalb sagen wir klar: JA zu einer zukunftsfähigen Planung für Hirschberg – statt des Neubaugebiets Rennäcker.


