Ein Bericht von Meike Paul in der RNZ vom 8. September 2026
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Gefährdet Vertrauen. Ein Leserbrief von Renate Rothe

Foto: © Pixabay
2019 wurde in der Gemeinde Hirschberg eine Erhaltungssatzung verabschiedet, um die Identität des historisch gewachsenen Ortskerns zu schützen.
An der Erarbeitung dieser Satzung waren über einen längeren Zeitraum zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen beteiligt. Wie schon häufig, war auch hier das bürgerschaftliche Engagement erfreulich hoch.
Wie wirkt es jedoch auf die Beteiligten, wenn nun – nur sieben Jahre später – der Antrag im Gemeinderat gestellt wird, die Erhaltungssatzung zu streichen? Soll die ganze Arbeit für dieses Projekt und das darin investierte Geld umsonst gewesen sein? Was ist mit der Wertschätzung bürgerschaftlichen Engagements in Zeiten, in denen viele sich Sorgen machen um Bestand und Förderung von Demokratie? Solch ein Umgang mit bürgerschaftlichem Engagement wirkt nicht nur demotivierend für zukünftige mögliche Projekte in Hirschberg, sondern gefährdet auch das Vertrauen in demokratische Strukturen.
Renate Rothe, Hirschberg

Die GLH hat dem in der letzten Sitzung des Gemeinderats gefassten Aufstellungsbeschluss für ein Neubaugebiet nicht zugestimmt und die Vorgehensweise deutlich kritisiert. Grund dafür war einerseits unsere grundsätzliche Haltung, dass Hirschberg sich an seinem Bedarf orientieren und dabei alle vorhandenen Ressourcen berücksichtigen sollte. Denn erstens verfügt der Ort über viele unbebaute Grundstücke innerorts und laut Zensus über 223 leerstehende Wohnungen. Zweitens geht das jetzt beschlossene Neubaugebiet „Rennäcker“ mit seiner nun sogar auf 6ha ausgeweiteten Fläche deutlich über den errechneten Bedarf hinaus und missachtet damit das dringende Gebot der Flächensparsamkeit.
Unser wichtigster Kritikpunkt aber war das Fehlen der nötigen Vorarbeiten, um die ursprünglichen Ziele eines solchen Neubaugebiets zu erreichen. Denn wir haben große Sorge, dass dieses aus den Augen verloren wird: Im Juni 2020 wurde unter der Überschrift „Antrag zur Ausarbeitung eines Grundsatzbeschlusses zur Schaffung von preisgünstigem Wohnraum“ von CDU, FW und FDP ein Neubaugebiet für Hirschberg gefordert. In der Begründung hieß es: „Unter dem hohen Preisniveau der Hirschberger Mieten leiden vor allem Personen und Familien mit kleinen und mittleren Einkommen.“
Auch die GLH verkennt nicht den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in unserer Region, gerade für Menschen mit geringerem Einkommen, beispielsweise Senioren und junge Menschen, die von zu Hause ausziehen, aber im Ort bleiben wollen. Nach unserer Einschätzung sollten mindestens 30% der neuen Wohnungen für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen bezahlbar sein.
Doch wir bezweifeln, dass mit dem jetzt beschlossenem Vorgehen wirklich bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann. Zwar wird in der Sitzungsvorlage genannt, dass ein Anteil an gefördertem Wohnraum vorgesehen ist. Der Aufstellungsbeschluss des Gemeinderats vom 25.03.25 selbst enthält jedoch mit keinem Wort die Absicht, bezahlbaren Wohnraum in diesem Neubaugebiet zu schaffen.
Wir sind überrascht, dass direkt ein Aufstellungsbeschluss für ein Neubaugebiet gefasst wurde, ohne vorher zu diskutieren, wie und in welchem Umfang in Hirschberg ganz konkret preisgünstiger Wohnraum realisiert werden soll und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind.
Nach unserer Auffassung wären aktuell die nächsten Schritte gewesen, konkrete Anteile an bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen in einem Neubaugebiet festzulegen und strategische Maßnahmen wie Mietpreisbindungen und soziale Kriterien zu definieren. Ebenso war bislang nicht Thema, wie Investoren gute Voraussetzungen für die Schaffung preiswerter Wohnungen geboten werden können, etwa durch Flächenankauf durch die Gemeinde oder den Abschluss städtebaulicher Verträge, um Bodenpreise zu steuern. Idealerweise hätte die Gemeinde bereits im Vorfeld die Fühler nach Investoren ausgestreckt. All diese Punkte wurden jedoch weder im Gemeinderat noch in den Ausschüssen jemals diskutiert oder finden sich im Aufstellungsbeschluss selbst wieder.
Mit dem nun getroffenen Aufstellungsbeschluss gibt man ohne Not eine starke Verhandlungsposition auf – da alternative Gebiete in Frage kommen können, wenn Grundstückseigentümer sich als unkooperativ erweisen.
Wir sind der Meinung, mit diesem Beschluss kommen wir dem Ziel nicht näher, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Profitieren werden die Grundstückseigentümer, aber nicht Mieter mit kleinen oder mittleren Einkommen.
Seit Mai 2024 sind im Rahmen des vom Land geförderten Fußverkehrs-Checks mit Schwerpunkt auf sicheren Schulwegen zwei Workshops und zwei Begehungen rund um die Martin-Stöhr-Schule in Leutershausen mit Beteiligung von Schulkindern und interessierten Bürgern durchgeführt worden. In der Gemeinderatssitzung wurde nun der Abschlussbericht präsentiert und ein Maßnahmenkatalog vorgestellt. Dabei wurden 15 konkrete Handlungsfelder mit Maßnahmenbeschreibung und zeitlicher Einordnung der Realisierung genannt.
Es ging um konkrete Querungen von Straßen, z.B. Fenchelstraße, Bahnhofstraße/Hauptstraße, Heddesheimerstraße, um die Anpassung von Ampelschaltungen, z.B. an der Kreuzung von B3 und Heddesheimerstraße, aber auch um rücksichtsloses Verhalten wie vor allem das Gehwegparken und Parken in Kreuzungsbereichen, das vor allem Kindern die Sicht vermindert und damit das Queren von Straßen gefährlich macht. Die Einrichtung von Elternhaltestellen war ein Lösungsvorschlag, um das morgendliche hohe Pkw-Verkehrsaufkommen rund um die Schule zu reduzieren.
Auch eine zeitweise oder komplette Sperrung der Johann-Sebastian-Bach-Straße im Bereich zwischen Schule und Spielplatz, wie sie von vielen Eltern verständlicherweise gewünscht wird, wurde von den Experten der Planersocietät Karlsruhe empfohlen. Zudem waren die Begrünung und die Schaffung von Sitzgelegenheiten zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität Thema. Die Ergebnisse werden hoffentlich auch in das kommende Mobilitätskonzept der Gemeinde einfließen.
Die Hirschberger Grünen sehen diese Empfehlungen als sehr hilfreichen Anstoß an. Ähnliche Maßnahmen haben wir bereits über die Jahre vorgeschlagen, etwa die Ausweisung der Johann-Sebastian-Bach-Straße als Spielstraße und bessere Querungsmöglichkeiten der Heddesheimerstraße. Auch eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität haben wir immer wieder angeregt. Wir hoffen, dass die Empfehlungen der Experten und die Wünsche der Teilnehmer des Fußverkehrs-Checks nun tatsächlich zeitnah umgesetzt werden, statt auf der langen Bank zu enden.
Nicht vergessen werden sollte auch Großsachsen. Aus praktischen Gründen hat sich der Fußverkehrs-Check dieses Mal auf Leutershausen konzentriert, doch es wurde schon mehrfach der Wunsch geäußert, eine solche Analyse auch in Großsachsen durchzuführen. Der Bürgermeister unterstützt diese Idee – wir auch.

von Karlheinz Treiber (gekürzte Fassung)
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Gänshirt, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates, sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, sehr geehrte Vertreter der Presse, sehr geehrte Gäste!
17,5 Millionen Euro sind für das Großprojekt Bau einer Trainingshalle, Sanierung der Sachsenhalle und Neubau einer Energiezentrale auch für die Grundschule eingeplant. Die Trainingshalle bewegt sich in dem veranschlagten Rahmen von 3 Millionen Euro; das Gesamtpaket macht den Kohl fett. Wenn man sich dann noch klarmacht, welche Summen in die Kanalisation versenkt werden und was noch an dringlichen Sanierungsmaßnahmen ansteht, dann kann einem schon mal schwindelig werden.
Der gegenwärtige Haushalt wird mit einer schwarzen Null abgeschlossen, wir haben als einen ausgeglichenen Haushalt, bei dem die Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen. So schlecht stehen wir also nicht da: Eine Neuverschuldung wird es trotz des Haushaltsdefizits von 2,7 Millionen Euro nicht geben. Wir konnten unsere Einnahmen z.B. bei der Gewerbesteuer kontinuierlich steigern. Da die Kreisumlage jetzt doch niedriger angesetzt wird als geplant, wird das Ergebnis etwas besser ausfallen. Dazu haben wir eine Ergebnisrücklage von 25 Millionen Euro. Wir sind also liquide.
Nach der jüngsten Umfrage des baden-württembergischen Städtetags schließen 87 Prozent der Städte im Land für 2025 mit einem negativen Ergebnis ab; 2024 waren es noch 75 Prozent. 70 Prozent aller Gemeinden in Baden-Württemberg bekommen diese schwarze Null nicht mehr hin.
Sie, Herr Bürgermeister, beklagen, dass die Schere von Einnahmen und Pflichtaufgaben immer weiter auseinander geht. Das Land fordert, die Zeche zahlen wir – dieses Klagelied höre ich schon seit über 20 Jahren. Schon Werner Oeldorf forderte regelmäßig zu den Haushaltsdebatten eine sachgerechte und angemessene Finanzausstattung durch Bund und Land. Ich erinnere mich noch an einen Ministerpräsidenten Günter Oettinger von der CDU, der in Koalition mit der FDP große Wahlversprechen abgab, die Zeche für Kinderbetreuung, Schulausstattung und anderes jedoch zum größten Teil auf die Kommunen abwälzte.
„Wer bestellt, bezahlt.“ Das Konnexitätsprinzip stellt klar, dass das Land keine Aufgabe ohne einen entsprechenden Ausgleich auf die Kommune übertragen darf. Es ist legitim, zu überprüfen, ob das noch gilt.
In der Tat sehen wir umfangreiche Mittelzuweisungen durch Bund und Land: Der Bund unterstützt die Kommunen unter anderem mit dem 5 Mrd.-Entlastungspaket, für die vollständige Entlastung im Alter und bei Erwerbsminderung, für Unterkunft und Heizung, für den ÖPNV, mit drei Sondervermögen für den Ausbau der Kitas, für Ganztagsbetreuungsangebote an Grundschulen und Schuldigitalisierung. Daneben gibt es das Kommunalinvestitionsfördergesetz für die Schulsanierung, die Bundesmittel zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur, den Städtebau- und Wohnungsbauförderungsfonds, die Klima- und Transformationsfonds und die Asylpauschale.
Auch vom Land fließen umfangreiche Mittel an die Kommunen: Allein mit der Erhöhung des Volumens des Kommunalen Investitionsfonds um rund 393 Millionen Euro 2025 und um weitere rund 127 Millionen Euro 2026 investiert das Land in Bildung und Infrastruktur vor Ort. Schulen, Krankenhäuser, Wasser und Abwasser sowie Umweltprojekte stehen im Fokus. Mit 21,9% am Haushaltsvolumen werden 29,6 Milliarden Euro für die Bildung ausgegeben. Für den Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen stehen in den Jahren 2024 bis 2029 insgesamt bis zu 861,3 Millionen Euro zur Verfügung. 110 Millionen Euro gibt es 2025 für die Fortführung des Jugendtickets. Das Integrationsmanagement vor Ort wird weiterhin mit 58 Millionen Euro gefördert.
Jammern gehört zum Handwerk, doch wir sollten auch klarstellen: Was die kommunalen Zuwendungen betrifft, war es noch nie so gut wie jetzt. Die kommunalen Zuwendungen der derzeitigen Landesregierung sind die höchsten Zuschüsse in der Geschichte Baden-Württembergs.
Haushaltsanträge
Frühzeitig hatten wir als GLH uns Gedanken über Haushaltsanträge gemacht. Dann kam der Vorschlag aus der Verwaltung, in diesem Jahr auf Anträge zu verzichten. Dass die vor uns liegenden Sanierungs- und Bauprojekte kaum Spielraum für weitere Gestaltungsmöglichkeiten lassen, war uns klar. Klar war uns aber auch, dass es Dinge gibt, die eher kreativ als budgetträchtig angegangen werden können und deshalb nicht unter den Tisch fallen dürfen. Insofern haben wir dem Vorschlag auf Antragsverzicht nicht von vornherein zugestimmt. Wir wollten den Haushaltsentwurf abwarten und sehen, ob die uns wichtigen Punkte enthalten sind.
Neben den allgemeinen Grundaufgaben wie Sachsenhalle, Kanalsanierung und Regenrückhaltebecken ging es uns auch um die Punkte, die wir schon in den letzten Jahren auf der Agenda hatten:
Der Spielplatz für Jugendliche „Im Großen Garten“ wird geplant; wir würden es sehr begrüßen, wenn auch die Auftragsvergabe noch 2025 erfolgen könnte.
Die Alte Villa in Leutershausen zeigt sich in einem neuen Glanz. Nach der Außensanierung muss es jetzt auch an die Innensanierung gehen.
Bei der Erweiterung der Grundschule Großsachsen muss die Betreuungssituation verbessert werden.
Bei der energetischen Sanierung der Alten Schule in Großsachsen hätte man den Dachboden schon zu diesem Winter hin dämmen können. Dass dies kein Hexenwerk ist und als Sparmaßnahme viel bringt, haben wir mehrfach klargemacht. Immerhin ist die Alte Schule jetzt in ersten Schritten für 2025 im Haushalt drin, und vielleicht sind auch eine PV-Anlage und ein hydraulischer Abgleich noch möglich.
Wir begrüßen die weitergeführte Förderung von Balkon-PV-Anlagen. Hiermit greift Hirschberg seinen Einwohnern unter die Arme, um im Kleinen Maßnahmen zum Klimaschutz durchzuführen.
Wichtig ist der Komplex Sachsenhalle: Hier kann Hirschberg zeigen, was state-of-the-art ist, um Gebäude klimaneutral und fossilfrei mit Energie zu versorgen. Wir sehen diese Maßnahmen als wichtigen Baustein, um das Klimaschutzkonzept mit Leben zu füllen. Wie Sie, Herr Bürgermeister, immer betonen, müssen wir bei den konkreten Maßnahmen die Wirkung auf den Klimaschutz im Blick haben und aktiv umsetzen.
Klimaschutz im Verkehrssektor hingegen ist für eine Gemeinde ein schwieriges Unterfangen. Das Mobilitätskonzept wird uns da hoffentlich Wege aufzeigen. Insofern unterstützen wir natürlich auch die Parkraumkonzepte und den Ausbau der Fahrradinfrastruktur und die geplanten Fahrradständer an der Alten Synagoge in Leutershausen, der Alten Turnhalle in Großsachsen und an unseren Schulen in beiden Ortsteilen.
Bei der Umsetzung des Fußverkehrs-Checks für Leutershausen erhielten wir Beratung vom Land. Bei den Workshops fanden sich Menschen aus der Bürgerschaft ein, um Ideen einzubringen. Wir müssen den Menschen jetzt zeigen, dass diese Ideen auch umgesetzt werden. Und wir müssen das Konzept auf Großsachsen erweitern und auch dort unter Beteiligung der Bürgerschaft Verbesserungen einleiten.
Der dritte „große Brocken“ im Klimaschutzkonzept ist der Komplex der Wärmeversorgung. In diesem Zusammenhang wurden einige von der Ankündigung der MVV, das Gasnetz bis 2035 abzuwickeln, kalt erwischt. Wir wünschen uns daher, dass die jetzt anlaufende kommunale Wärmeplanung aktiv begleitet und nicht nur als Aufgabe eines „Gemeindekonvois“ wahrgenommen wird. Klar ist, dass diese Wärmeplanung erst der Anfang sein wird, und dass uns die Zeit bis zur Umsetzung konkreter Maßnahmen sehr schnell durch die Finger rinnen kann.
Für Planungs- und Beratungskosten ist im kommenden Haushalt ein großzügiges Budget enthalten. Dieses Budget ist nicht konkret einzelnen Projekten zugeordnet. Aus diesem Budget können die uns wichtigen „Planungsleistungen“ bestritten werden: Schon 2024 beantragten wir einen Workshop zur Gestaltung der Ortsmitte in Leutershausen. Die Überarbeitung der bisherigen Bebauungspläne dienten der innerörtlichen Wohnraumgewinnung. Auch hierbei könnten weitere Bebauungspläne diesbezüglich überarbeitet werden. Die bisherigen Parkraumkonzepte waren sinnvoll und können um weitere Straßenzüge erweitert werden.
Der Haushaltsentwurf macht mit den eingestellten Mitteln das möglich, was uns wichtig war. Das Planungsbudget ohne konkrete Projektangaben gibt uns die Möglichkeit, weiterführende Anträge über das Haushaltsjahr verteilt einzubringen. Insofern sind wir einvernehmlich mit allen Fraktionen damit einverstanden, auf Haushaltsanträge zu verzichten.
Brauchen wir Neubaugebiete für Wohnen und Gewerbe?
Sie, Herr Bürgermeister, sehen die Notwendigkeit eines Neubaugebietes auch in der Tatsache begründet, dass wir in Hirschberg rückläufige Einwohnerzahlen haben.
Doch wir sehen in diesem geringfügigen Rückgang nichts Dramatisches. Wir haben viel in eine altersgerechte Wohnsituation investiert, also ist auch das Durchschnittsalter in unserer Gemeinde hoch und damit auch die Sterblichkeitsrate höher als die Geburtenrate. Die rückläufigen Kinderzahlen sind marginal und entsprechen dem Bundestrend.
Laut Zensus haben wir hier in Hirschberg 223 leerstehende Wohnungen. Davon stehen 135 schon mindestens seit 12 Monaten leer. Von denen könnten 22 innerhalb von 3 Monaten bezogen werden, bei 46 gibt es laufende oder geplante Baumaßnahmen, 5 werden gerade verkauft, 22 in Zukunft selbst genutzt, und bei 40 ist es ein „sonstiger Grund“, was nach künftiger Selbstnutzung klingt. Es gibt aber auch Menschen, die haben einfach keinen Bock mehr zu vermieten, weil sie schlechte Erfahrungen mit Mietern gemacht haben.
Es mangelt also nicht an Wohnraum, es mangelt an bezahlbarem Wohnraum. Und wie wir einen solchen bezahlbaren Wohnraum angehen wollen, darüber müssen wir uns erst einmal Gedanken machen, bevor wir die Schippe in die Hand nehmen. Für das Moro-Bundesprogramm für flächensparendes Bauen wurden wir als Modellkommune ausgewählt; wir sind gespannt auf die Ergebnisse, die wir zum Jahresbeginn bekommen werden.
Dabei sollten wir aber auch eines berücksichtigen: Wir dehnen uns nicht wie Dossenheim von der Bergstraße bis zum Neckar aus, wir haben keine ausgedehnten feuchten Sandböden wie in Heddesheim, die für die Landwirtschaft nur bedingt geeignet sind. Unser Siedlungsgebiet beginnt am Ortsschild von Leutershausen und endet am Ortsschild von Großsachsen. Die dazwischen liegenden freien Flächen bestehen aus fruchtbaren Ackerböden. Da sollte man schon kreativ denken, damit die attraktive Wohnlage auch weiterhin attraktiv bleibt und wir sie nicht zupflastern.
Schon der gesunde Menschenverstand sagt: Die Erschließung von Neubaugebieten und die Erweiterung von Gewerbeflächen sind keine Allheilmittel. Auch uns als GLH ist klar, dass ein solches Neubaugebiet erfolgreich vermarktbar sein wird. Doch Erschließung und Unterhalt der Infrastruktur – Straßen und Kanäle, Kindergarten- und Grundschulplätze – kosten viel Geld, insofern sind Grund- und Gewerbesteuer nur Mittel, um den Laden am Laufen zu halten.
Ähnlich sieht es bei Gewerbeflächen aus. „Gewerbeerweiterung ohne weitere Gewerbeflächenerschließung“ war das Motto von Christoph Kiefer, als er sich 2019 um ein Gemeinderatsmandat bewarb. Die Idee war und ist gut. Trendige Startup- Unternehmen, die Büroflächen gemeinsam nutzen, gibt es. Sie schaffen Arbeitsplätze und generieren Steuereinnahmen. Wenn ich sie im Ort platziere, beleben sie die Mitte und beflügeln die Ansiedelung weiterer Gewerbe. Das ehemalige Feuerwehrhaus in Leutershausen, vielleicht auch die Schillerschule bieten sich dafür an. Denn es sind die Gewerbetreibenden und Mittelstandsbetriebe im Ort, die uns gesicherte Steuereinnahmen gewährleisten.
Bereits heute ist absehbar, dass es schwierig wird, die finanziellen Engpässe in Anbetracht der anstehenden Großprojekte zu meistern. Daran wird sich auch in den Folgejahren nichts ändern.
Wir haben im vergangenen Jahr das 75-jährige Jubiläum unseres Grundgesetztes gefeiert. Leider scheinen viele demokratische Verhaltensregeln in der Gesellschaft und auch teilweise in der Politik nicht mehr selbstverständlich zu sein. Umso erfreulicher ist es, dass wir in Hirschberg bisher einen konstruktiven und wertschätzenden Umgang miteinander pflegen. Wir hoffen, dass ein respektvolles Miteinander auch in der Zukunft möglich sein wird, wenn kontroversere Entscheidungen anstehen.
Wir danken Frau Keil und allen, die in der Verwaltung an der Erstellung des Haushaltplans 2025 beteiligt waren, für die gute und professionelle Arbeit in schwierigen Zeiten.
Dem Haushaltsplan und der Haushaltsatzung und dem Jahresabschluss des Eigenbetriebs Wasserversorgung stimmen wir zu.